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Sonnen-Photometer-SP1A

Allgemein
Das Spektralphotometer SP1A wurde über einen Zeitraum von 2
Jahren entwickelt. Es basiert auf den Erkenntnissen aus der
Entwicklung unseres manuell bedienbaren Spektralphotometers
SP2H. Dabei wurde darauf geachtet, daß
sich das SP1A sowohl für den mobilen Feldeinsatz (Gewicht,
Datenerfassung usw.) als auch für den Betrieb an Routinemeßstationen
eignet. Das nach dem Abbildungsprinzip arbeitende Spektralphotometer
SP1A ermöglicht in seiner Grundausstattung die Messung der
Bestrahlungsstärke der direkten Sonnenstrahlung und der
Strahldichte von Flächen bei den festgelegten Messwellenlängen.
Zur modellgestützten Ableitung von klimarelevanten
Aerosolparametern wie optische Dicke des Aerosols, Größenverteilung,
Realteil des Brechungsindex, Asymmetriefaktor und Phasenfunktion ist
das SP1A für Almukantaratmessungen zur Berechnung der normierten
Streufunktion einsetzbar.
 
Funktionsprinzip
Das SP1A arbeitet vollständig programmgesteuert. Die Auswahl der
gewünschten Messwellenlänge erfolgt durch das Messprogramm,
welches vorher entsprechend dem gewünschten Messablauf
konfiguriert werden kann. Durch das mittels einer Visiereinrichtung
auf die Sonne gerichtete Objektiv, wird die Sonnenstrahlung über
das jeweils eingestellte Filter auf einen Sensor gelenkt. Dieser
wandelt die Daten zu einem für Computer verständlichen Code
um und übergibt ihn an den Rechner.
Die Zeit einer vollständigen Messung in 18 Kanälen beträgt
nur 4 sec. Das Programm ermöglicht die vollautomatische
Abfrage, Speicherung und Bearbeitung in allen 18 Kanälen nach
einem voreinstellbaren Zeitregime.
Voraussetzung dafür ist eine kontinuierliche Nachführung
des Photometers. Die nach jeder Messung im Computer vorliegenden
Messwerte können zur sofortigen Beurteilung grafisch oder analog
angezeigt und weiterbearbeitet werden.
Sie sind sowohl im ASCII-Format als auch in verschiedenen
Datenbankformaten in andere Bearbeitungssoftware exportierbar.
 
Leistungsmerkmale des SP1A
| Messbereich |
360nm ... 1100nm (filterabhängig) |
| Anzahl der möglichen Messstellen: |
18 |
| Anzahl der möglichen Empfängersysteme: |
2 |
| Optik des Empfängersystems |
|
| Eintrittsfenster: |
Quarz |
| Eintrittsblende: |
10mm |
| Tubenlänge: |
165mm |
| ebener Öffnungswinkel des Sonnenobjektives: |
1° |
| optischer Sensor: |
Hamamatsu |
| Temperatursensor: |
B 511 |
| Arbeitstemperaturbereich: |
-20°C ... 50°C |
| Filteranordnung: |
Filterrad mit 18 Positionen |
| eff. Filterdurchmesser: |
6mm |
Filterbestückung
Messstelle
|
ZWL (±2nm) |
HWB (nm) |
| 01 |
353 |
3 |
| 02 |
368 |
3¹) |
| 03 |
389 |
3 |
| 04 |
412 |
4¹) |
| 05 |
450 |
4 |
| 06 |
500 |
5¹) |
| 07 |
532 |
5 |
| 08 |
600 |
6¹) |
| 09 |
675 |
5¹) |
| 10 |
760 |
6 |
| 11 |
778 |
6¹) |
| 12 |
862 |
6¹) |
| 13 |
911 |
8 |
| 14 |
946 |
8 |
| 15 |
967 |
8 |
| 16 |
1024 |
8¹) |
| 17 |
1045 |
10 |
| 18 |
1064 |
10 |
¹) entsprechend den Empfehlungen der WMO v. 1983 und der
VDI-Richtlinie VDI 3786/10
| Messelektronik |
|
| Dynamikumfang der Elektronik |
10^9 |
| Auflösung |
10^-4 |
| Messbereichswahl |
automatisch |
| Interface SPI |
RS 232 |
Datenanzeige
|
über PC-Bildschirm |
| Gehäuse |
|
| Abmessung |
100x100x380 mm
staub- und spritzwassergeschützt |
Gewicht
|
2 kg |
| Stromverbrauch |
- 12 V/5 Ah- Akku Betriebszeit ca. 15h
- 220/12 V Netzgerät
|
 
Bearbeitung der gemessenen Daten
Durch die Software SPMH, die auch den Messablauf steuert, ist die
sofortige und komfortable Weiterbearbeitung der Messdaten gewährleistet.
Es ermöglicht u.a. die Ausführung der folgenden Operationen:
- Berechnung der Transmission der Atmosphäre
- Berechnung der Optischen Dicke mit drei auswählbaren
Rayleigh-Korrekturen und Regressionen nach dem Angström-Ansatz
- Statistische Auswertung durch Mittelwertbildung, Berechnung der
Streuung, Regressionsanalyse und weitere mathematische Operationen
- Ermittlung der extraterrestrischen Signale Ue (Eichwerte) aus den
dafür geeigneten Messungen mit Hilfe von Regressionsanalysen
(Langley-Kalibrierung)
- Grafische Darstellung mehrerer Messungen (Display, Drucker)
- Berechnungen der normierten Streufunktion
- Drucken, Speichern und Export von Messdaten
 
Kalibrierung
Für jedes einzelne Spektralphotometer werden in einem komplexen
Kalibrierverfahren die, die Messergebnisse beeinflussenden Geräteparameter
untersucht und entsprechende Korrektur- bzw. Eichfaktoren ermittelt.
Die radiometrische Kalibrierung des Spektralphotometers kann mit
Hilfe der direkten Sonnenstrahlung bei wolkenfreier Sonne durch den
direkten Anschluß an ein bereits kalibriertes Gerät oder an
einem dafür geeigneten Ort durch die Methode der
Langley-Extrapolation erfolgen.
In einem entsprechend ausgerüsteten Optiklabor ist auch die
Kalibrierung mit einem künstlichen Strahlungsnormal oder nach
einem speziellen Eichverfahren möglich.
Die zur Auslieferung kommenden Spektralphotometer sind standardmäßig
laborkalibriert und an ein naturkalibriertes Gerät angeschlossen.
 
Unser Service
Die Erfassung und Interpretation von Langzeitvariationen optischer
Parameter der Atmosphäre erfordert eine Überwachung und
Kontrolle der verwendeten Messgeräte hinsichtlich der
Langzeitstabilität der die Messwerte beeinflussenden Geräteparameter.
Die von unserer Firma ausgelieferten Geräte besitzen eine "Stammdatei",
in der sämtliche Geräte- und Kontrollparameter gespeichert
sind. Sie dienen bei Rekalibrierungen oder Reparaturen als Grundlage für
die Beurteilung der Langzeitstabilität der einzelnen Parameter.
Den Gerätenutzern wird empfohlen, alle erkennbaren Veränderungen
oder Unregelmäßigkeiten, die beim Einsatz der Geräte
auftreten, zu dokumentieren und für die Übernahme in die Gerätestammdatei
bereitzustellen, um eine kontinuierliche Aktualisierung dieser Datei
zu gewährleisten.
Unsere Firma bietet den Nutzern an, in einem individuell
festzulegenden Turnus die Kontrolle und Wartung der Messgeräte,
sowie in einem jährlichen Zyklus eine Rekalibrierung durchzuführen.
Spezialkalibrierung von Geräten, die für den Einsatz in
besonderen Reinluftgebieten (z.B. Polargebiete,Wüsten,
Hochgebirge) vorgesehen sind, können ebenfalls durch unserer
Firma erfolgen.
 
Bisherige Nutzer (Weltkarte)
Von folgenden Einrichtungen werden Spektralphotometer aus der
Entwicklungsreihe SP1A (Vorgängertypen: BAS, ABAS, SP2H) im
Rahmen von Forschungsprojekten zur Atmosphärenphysik und -chemie
und in Messnetzen von Polarstationen genutzt:
- Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Bremerhaven, Forschungsstelle
Potsdam
- Arktisches- und Antarktisches Forschungsinstitut St. Petersburg
- Deutscher Wetterdienst
- Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e. V.,
Institut für Weltraumsensorik, Berlin
- Institut für Ostseeforschung Rostock-Warnemünde
- Umwelt-Bundesamt
- Weltrauminstitut Berlin
- Deutsche Forschungsgemeinschaft Bonn
- Institut für Troposphärenforschung Leipzig
- Universität Leipzig
- Universität
Mainz
- Universität
Oujda, Marokko
- Universität Potsdam
- National Institute of Polar Research, Tokyo
- Alice Springs
- NASA
Langley Research Center, Hampton
 
Optional lieferbare Geräte und Leistungen
- vollautomatischer Sonnentracker mit Sonnenvisier
- Auswerte- und Steuerrechner (Prozessor, Speicher, HDD usw. je
nach Vereinbarung)
- Gerätestative
- parallaktische Montierung (manueller Antrieb, Motorantrieb,
Ausgleichsgewichte)
- Transport- und Aufbewahrungskoffer
- Stromversorgungsmodul für Netz- und Akkubetrieb/Akkuladegerät
- Akku 12V/5,5 Ah
- Akkutasche
 
Literatur
Neckel, H., D. Labs, 1984: The Solar radiation between 3300 and 12500
Å, Solar Physics 90 (1984) 205-258
Leiterer, U., M. Weller, J. Janiak, 1985: Verfahren zur
Bestrahlungsstärke- und Strahldichtekalibrierung von
Spektrometern. - Patentschrift DD 228 631 A1, WP GO1 D/265 1067 v.
16.10. 1985
VDI 3786 Bl. 10 Umweltmeteorologie, Messung der Lufttrübung
durch Aerosolpartikel mit Sonnenphotometern, (Ausgabe 04/94)
 
Dr. Schulz & Partner GmbH
Dr. K.-H. Schulz e-mail |