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Sonnen-Photometer-SP2H

Das
Spektralphotometer SP2H ist sowohl für den mobilen Feldeinsatz
als auch für den Betrieb an Routine-meßstationen geeignet.
Es ist für Messungen im Spektralbereich von 350 nm bis 1100 nm
konzipiert. Die Spektralphotometer SP2H werden im Labor sorgfältig
vermessen (Klimakammer, Monochromator, Raumwinkel-Scanner für
Strahldichtekalibrierungen, mechanische Justagen). Die Kenntnis des
effektiven Raumwinkels eines jeden Filters in Verbindung mit dem 1°-Sonnenobjektiv
ermöglicht den radiometrischen Anschluß an die
Strahldichteskalen von Neckel & Labs im Labor (siehe
Literatur). Diese Anschlußmethode ist
gleichzeitig die Grundlage für ein Kontrollverfahren, das die
radiometrische Kontrolle der SP2H über einen langen Zeitraum
gestattet und heutigen QA/QC-Vorstellungen entspricht. Die Anwendung
der Methode der Langley-Extrapolation und der Naturanschluß an
geeichte Standardgeräte ist für die Spektralphotometer SP2H
ebenfalls möglich.
 
Anwendungsgebiete
Das nach dem Abbildungsprinzip arbeitende
Spektralphotometer SP2H ermöglicht die Messung der Bestrahlungsstärke
der direkten Sonnenstrahlung und der Strahldichte von Flächen bei
den festgelegten Meßwellenlägen. Zur modellgestützten
Ableitung (Nakajima-Code) von weiteren klimarelevanten
Aerosolparametern (Optische Dicke des Aerosols, Größenverteilung,
Realteil des Brechungsindex, Asymmetriefaktor, Phasenfunktion) ist das
SP2H für Messungen der spektralen Himmelsstrahldichte in der
Sonnenaureole und im Azimut des Sonnenelevats (Almukanterat)
einsetzbar.
1) Die Sonne oder ein Himmelselement werden
über ein Objektiv von ca. 1° ebenem Öffnungswinkel
derart in einer Meßblende scharf abgebildet, daß der
nachgeordnete Photodetektor vom unscharfen Bild der Strahlungsquelle
nicht überstrahlt wird.
 
Funktionsprinzip
Die Auswahl der gewünschten Wellenlängen erfolgt durch das
manuelle Verdrehen von einem der zwei vorhandenen Filterräder.
Durch das mittels einer Visiereinrichtung auf die Sonne gerichtete
Objektiv wird die Sonnenstrahlung über das jeweils eingestellte
Filter auf ein Sensorelement gelenkt. Das Sensorelement wandelt die
auftreffende Lichtenergie in eine elektrische Spannung um. Diese
Spannung wird in den nachgeschalteten Verstärkern verstärkt.
Während des Meßvorgangs erfolgt in Abhängigkeit von
der Größe des optischen Eingangssignals eine automatische
Auswahl des optimalen Verstärkungsbereichs (10 0 ... 108) und
eine Übertragung der gültigen Meßspannung über
das Schnittstellenmodul SPI in einen Rechner. Durch einen
voreinstellbaren Meßprogrammablauf, der aus einem Menü
ausgewählt werden kann, ist die interaktive Durchführung der
Messung zwischen Bediener und Rechner möglich. Die Zeit, in der
die Abfrage von 14 Meßstellen, die Speicherung der Meßwerte
und der Aufruf eines weiteren Meßzyklus erfolgt, beträgt
ca. 30 sec. Das Programm ermöglicht u.a. auch die
vollautomatische Abfrage, Speicherung und Bearbeitung einer fest
eingestellten Meßstelle, nach einem voreinstellbaren Zeitregime
(z.B. 500 nm, entsprechend den Empfehlungen der WMO (siehe
Literatur)). Voraussetzung dafür ist
die kontinuierliche Nachführung des Photometers. Die vom Rechner übernommenen
Meßwerte werden in normierter Form abgespeichert und können
sofort weiterverarbeitet werden oder, sowohl im ASCII-Format als auch
im internen SPMH-Format, in spezielle Bearbeitungsprogramme exportiert
werden. Auf Kundenwunsch ist der Datenexport auch in anderen
Standardformaten möglich. Die mechanische Konstruktion des SP2H
erlaubt die Montage auf einer parallaktischen Montierung (manuelle
Nachführung) oder auf einer automatischen Nachführeinheit
(Solartracker).
 
Kalibrierung
Für jedes einzelne Spektralphotometer werden in einem komplexen
Kalibrierverfahren die die Meßergebnisse beeinflussenden Geräteparameter
untersucht und entsprechende Korrektur- bzw. Eichfaktoren ermittelt.
Die radiometrische Kalibrierung des Spektralphtometers kann mit Hilfe
der direkten Sonnenstrahlung bei wolkenfreier Sonne durch den direkten
Anschluß an ein bereits kalibriertes Gerät oder an einem
dafür geeigneten Ort durch die Methode der Langley-Extrapolation
erfolgen. In einem entsprechend ausgerüsteten Optiklabor ist auch
die Kalibrierung mit einem künstlichen Strahlungsnormal oder nach
einem speziellen Eichverfahren (siehe Literatur)
möglich. Die zur Auslieferung kommenden Spektralphotometer sind
standardmäßig laborkalibriert und an ein naturkalibriertes
Gerät angeschlossen.
 
Bearbeitung der gemessenen Daten
Durch das von der Dr. Schulz & Partner GmbH (S&P) entwickelte
Programmsystem SPMH ist die sofortige und komfortable
Weiterbearbeitung der Meßdaten gewährleistet. Dieses
Programm ist eine Weiterentwicklung des Programms SPECTRON, welches
beispielsweise im Deutschen Wetterdienst sowohl für
Routinemessungen als auch für wissenschaftliche Untersuchungen
eingesetzt wird. SPMH bietet u.a. die Ausführung der folgenden
Operationen:
- Berechnung der Transmission der Atmosphäre
- Berechnung der optischen Dicke mit drei auswählbaren
Rayleigh-Korrekturen und Regressionen nach dem Angström-Ansatz
- Statistische Auswertung durch Mittelwertbildung, Berechnung der
Streuung, Regressionsanalyse und weitere mathematische Operationen
- Ermittlung der extraterrestrischen Signale Ue (Eichwerte) aus dafür
geeigneten Messungen mit Hilfe von Regressionsanalysen
(Langley-Kalibrierung)
- Grafische Darstellung mehrerer Messungen (Display, Drucker)
- Drucken, Speichern und ASCII-Export von Meßdaten
 
Service
Die Erfassung und Interpretation von Langzeitvariationen optischer
Parameter der Atmosphäre erfordert eine Überwachung und
Kontrolle der verwendeten Meßgeräte hinsichtlich der
Langzeitstabilität der die Meßwerte beeinflussenden Geräteparameter.
Die von S&P ausgelieferten Geräte besitzen eine "Stammdatei",
in der sämtliche Geräte- und Kontrollparameter gespeichert
sind. Sie dienen bei Reparaturen oder Rekalibrierungen als Grundlage für
die Beurteilung der Langzeitstabilität der einzelnen Parameter.
Den Gerätenutzern wird empfohlen, alle erkennbaren Veränderungen
oder Unregelmäßigkeiten, die beim Einsatz der Geräte
auftreten zu dokumentieren und für die Übernahme in die "Gerätestammdatei"
bereitzustellen, um eine kontinuierliche Aktualisierung dieser Datei
zu gewährleisten. S&P bietet den Nutzern an, in einem
individuell festzulegenden Turnus die Kontrolle und Wartung der Meßgeräte
sowie in einem jährlichen Zyklus eine Rekalibrierung durchzuführen.
Spezialkalibrierungen von Geräten, die für den Einsatz in
besonderen Reinluftgebieten (z.B. Polargebiete, Wüsten,
Hochgebirge) vorgesehen sind, können ebenfalls durch S&P
erfolgen.
 
Bisherige Nutzer
An folgenden Einrichtungen werden SP2H-Geräte oder die DWD-Vorgängertypen
ABAS und BAS im Rahmen von Forschungsprojekten zur Atmosphärenphysik
und -chemie und im Meßnetz von Polarstationen genutzt:
- Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Bremerhaven,Forschungsstelle
Potsdam
- Arktisches- und Antarktisches Forschungsinstitut St. Petersburg
- Deutscher Wetterdienst
- Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V.
Institut für Weltraumsensorik, Berlin
- Institut für Ostseeforschung Rostock-Warnemünde
- Umwelt-Bundesamt
- Universität
Mainz
- Universität
Oujda, Marokko
- Weltrauminstitut Berlin
- Universität Potsdam
 
Literatur
- Neckel, H., D. Labs, 1984: The Solar radiation between 3300 and
12500, Solar Physics 90 (1984) 205-258
- Leiterer, U., M. Weller, J. Janiak, 1985: Verfahren zur
Bestrahlungsstärke- und Strahldichtekalibrierung von
Spektrometern. - Patentschrift DD 228 631 A1, WP GO1 D/265 1067 v.
16.10.1985
- VDI 3786 Bl. 10 Umweltmeteorologie, Messung der Lufttrübung
durch Aerosolpartikel mit Sonnenphotometern, (Ausgabe 04/94)
 
Historie
Die Grundlagen, die es ermöglichten die Spektralphotometer SP2H
in der für den Anwendungszweck notwendigen Qualität
herzustellen und diese Qualität auch langfristig zu sichern,
wurden im Rahmen langjähriger Forschungs- und
Entwicklungsarbeiten, die im Jahre 1978 auf dem Gebiet der spektralen
Sonnen- und Himmelsstrahlungsmessung am Observatorium Lindenberg
(ehemals Meteorologischer Dienst) begonnen wurden, geschaffen. Die
Fortsetzung dieser Arbeiten erfolgte an gleicher Stelle vom Deutschen
Wetterdienst im Rahmen eines BMFT-Förderprojektes. Durch Fachkräfte
der Dr. Schulz & Partner GmbH, die maßgeblich an der
Entwicklung und Erprobung der Sonnenphotometertechnik am Observatorium
Lindenberg beteiligt waren, erfolgte die Weiterentwicklung des manuell
zu bedienenden Grundgerätes (Typenbezeichnung ABAS) zu einem
teilautomatisierten Meßsystem. Dazu wurde das Programmsystem
SPMH entwickelt, welches komfortabel die schnelle Bearbeitung der über
ein Schnittstellenmodul SPI an einen Rechner übertragenen Meßwerte
gestattet.
 
Optional lieferbare Geräte und Leistungen
- Handsteuergerät SPIA
- Programmpaket SPMH
- Auswerte- und Steuerrechner (Konfiguration nach Absprache)
- Gerätestative
- parallaktische Montierungen (manueller Antrieb, Motorantrieb,
Ausgleichgewichte)
- Transport- u. Aufbewahrungskoffer
- Stromversorgungsmodul für Netz- und Akkubetrieb/Akkuladegerät
- Akku 12V/5,5 Ah
- Akkutasche
 
Leistungsmerkmale des Spektral- photometers SP2H
| Meßbereich: |
360nm ... 1150nm (filterabhängig) |
| Anzahl der möglichen Meßstellen: |
14 |
| Anzahl der Empfängersysteme: |
1 |
| Optik des Empfängersystems |
|
| Eintrittsfenster: |
offen/Quarz |
| Eintrittsblende: |
10 mm |
| Tubenlänge: |
165 mm |
| ebener Öffnungswinkel des Sonnenobjektives: |
1° (option. 2°) |
| opt. Sensor: |
Photodiode Hamamatsu S 1337 - 66BQ |
| Temperatursensor: |
B 511 |
| Temperaturbereich: |
- 20°C ... 40°C |
| Filteranordnung: |
zwei hintereinander liegende Filterräder mit jeweils 8
Positionen |
| eff. Filterdurchmesser: |
13 mm |
Filterbestückung
(Standardausführung)
| Meßstelle |
Wellenlänge (+/-2nm) |
HWB |
| 1 |
368 |
3 nm |
| 2 |
412 |
4 nm |
| 3 |
500 |
5 nm |
| 4 |
610 |
6 nm |
| 5 |
675 |
5 nm |
| 6 |
778 |
6 nm |
| 7 |
862 |
6 nm |
| 8 |
1024 |
8 nm |
entsprechend den Empfehlungen der WMO v. 1983 und der
VDI-Richtlinie VDI 3786/10
Erweiterte Filterbestückung (optional)
| Meßstelle |
Wellenlänge (+/-2nm) |
HWB |
| 1 |
368 |
3 nm |
| 2 |
412 |
4 nm |
| 3 |
450 |
4 nm |
| 4 |
500 |
5 nm |
| 5 |
532 |
5 nm |
| 6 |
610 |
6 nm |
| 7 |
675 |
5 nm |
| 8 |
778 |
6 nm |
| 9 |
817 |
6 nm |
| 10 |
862 |
6 nm |
| 11 |
911 |
8 nm |
| 12 |
946 |
8 nm |
| 13 |
1024 |
8 nm |
| 14 |
1045 |
10 nm |
Meßelektronik
| Dynamikumfang der Elektronik |
10^9 |
| Auflösung |
10^-4 |
| Meßbereichswahl |
automatisch |
| Interface SPI |
RS 232 |
| Datenanzeige |
über PC-Bildschirm |
| Analog-Ausgang |
über SPAI |
| Gehäuse |
|
| SP2H (ohne Tubus) |
staub- und spritzwassergeschützt |
| Abmessungen |
220x130x90 |
| Gewicht |
2 kg |
| SPI |
staub- und spritzwassergeschützt |
| Abmessungen |
215x115x90 |
| Gewicht |
2 kg |
| Stromversorgung |
12 V /5 Ah- Akku (Betriebszeit ca. 15h) |
|
220/12V-Netzgerät |
 
Dr. Schulz & Partner GmbH
Dr. K.-H. Schulz e-mail |