Sonnen-Tracker-SPTR




Das Nachführsystem SPTR, Version 4

Allgemein
Das Nachführsystem SPTR wird verwendet, um kleine und mittlere Nutzlasten auf terrestrische und extraterrestrische Ziele zu steuern. Es kann unbewacht bei allen Witterungen über lange Zeiträume arbeiten. Eine typische Anwendung ist die ständige genaue Ausrichtung eines Messgerätes auf die Sonne. Diese Ausrichtung kann mit Hilfe eines Sonnenvisiers bei sichtbarer Sonne erfolgen. In Situationen, bei denen die Sonne nicht sichtbar ist, erfolgt die Steuerung mit Hilfe eines PC. Die Umschaltung zwischen beiden Betriebsmodi erfolgt automatisch. Der Ausrichtfehler zwischen beiden Betriebsmodi ist typisch < 0,1 Grad. Andere Anwendungen sind die Steuerung von Kameras, Sensoren oder anderer Geräte im Rahmen industrieller oder wissenschaftlicher Aufgaben.


Die Steuerung erfolgt mit Hilfe einer Azimut-Achse und einer Elevat-Achse. Jede Achse wird durch einen Schrittmotor über hochpräzise, spielfreie Getriebe angetrieben. Die kleinste Schrittweite beträgt 0.009 Grad. Jede Achse kann in 2 Richtungen bewegt werden. Die Richtungen werden wie folgt definiert:

  Azimut 0 entgegen dem Uhrzeigersinn
  Azimut 1 im Uhrzeigersinn
  Elevat 0 Richtung Horizont
  Elevat 1 Richtung Zenit

Der Bewegungsbereich ist durch eine unabhängig und absolut wirkende Endabschaltung begrenzt. Führt die Bewegung einer der Achsen Azimut oder Elevat auf einen der Endlagenschalter, wird das System ausgeschaltet.

Über ein Sonnenvisier werden Signale erzeugt, mit deren Hilfe eine Positionsregelung mit der Sonne als Regelgröße realisierbar ist. Das Sonnenvisier ist mit einer Vollflächendiode (HAMAMATSU S 5991) bestückt. Die Sonne wird auf deren Sensorfläche als Punkt abgebildet. Befindet sich die Sonnenabbildung nicht im Zentrum der Sensorfläche, entstehen Ablagesignale. Diese können die Eingangsgrößen für eine Positionsregelung in der Anwendersoftware sein. Der Öffnungswinkel des Sonnenvisiers beträgt etwa 8 Grad.

Ein integrierter Mikrocontroller steuert die Motore, erzeugt und bewertet die Visiersignale, überwacht die Systemfunktion und kommuniziert über eine serielle Schnittstelle mit der Anwendersoftware.



Technische Daten

Stromversorgung 15 bis 30 V DC, 2.5 A
Schnittstelle RS232
Motore Schrittmotore, Halbschrittbetrieb
Winkelgeschwindigkeit maximal 10 Grad/Sekunde, Rampe
Positionsauflösung 0.009 Grad
Positionsgenauigkeit 0.02 Grad, bezogen auf mechanische 0-Position des Systems
Positionskontrolle Absoluter Winkelgeber
Bewegungsbereich Azimut 0 ..360 Grad
Elevat 355 .. 0 .. 95 Grad
Öffnungswinkel Visier ca. 8 Grad
Nutzlast maximal 15 kg
Maße Antriebsblock (200 x 200 x 300) mm
Gewicht Antriebsblock ca. 8 kg
Maße Steuerblock (280 x 180 x 100) mm
Gewicht Steuerblock 3 kg
Umgebung Temperatur -35 bis 60 °C
Feuchte 1 bis 100 % rF
Geschützt gegen Strahlwasser und Luftverunreinigungen
Montage Montageflansch am Fuß des Antriebsblocks, 4 zentrische Bohrungen von je 8 mm Durchmesser, Bohrungsradius 65 mm, Gewindehülse im Montageflansch, M16 x 2.5
Geräteaufnahme Schwalbenschwanz-Führung (40 mm x 80 mm) mit Klemmvorrichtung oder nach Kundenwunsch



Systembestandteile
Das Nachführsystem SPTR besteht aus folgenden Komponenten:



Aufbau und Inbetriebnahme
Zum Aufbau eines Nachführsystems SPTR ist eine stand- und belastungssichere Montageeinrichtung notwendig. Ein Stativ als Montageeinrichtung muss sicher verankert sein. Bei der Montage ist folgendes zu beachten:

  1. Der Antriebsblock muss fest mit der Montageeinrichtung verbunden sein.
  2. Der Steuerblock muss gegenüber dem Antriebsblock eine solche Lage haben, dass das Kabel zum Visier und zum Elevat-Motor bei einer Drehung der Azimut-Achse nicht abgerissen werden kann.
  3. Der Aufstellort des Stromversorgers wird lediglich durch die Länge des Stromversorgungskabels eingeschränkt.
  4. Das Sonnenvisier wird auf den Dorn oberhalb der Geräteaufnahme gesteckt und leicht festgezogen. Wichtig ist, dass die Grundplatte des Visiers nach unten zeigt und die optische Achse des Visiers etwa parallel zur optischen Achse des Messgerätes ist.

Nach dem mechanischen Aufbau sind die elektrischen Verbindungen herzustellen:

  1. Antriebsblock Elevat-Motor
  2. Antriebsblock Azimut-Motor
  3. Sonnenvisier
  4. Steuerblock, Buchse N
  5. Steuerblock, Buchse IF
Steuerblock, Buchse El
Steuerblock, Buchse Az
Steuerblock, Buchse V
Stromversorger
Steuerrechner, RS232

Wichtiger Hinweis ! Wenn das Kabel für die Verbindung 4 auf einer Seite mit einer roten Markierung versehen ist, muss der Steckverbinder dieser Kabelseite mit dem Stromversorger verbunden sein.

Ist der Aufbau abgeschlossen, kann der Stromversorger eingeschaltet werden. Das Nachführsystem durchläuft unmittelbar nach dem Einschalten eine Initialisierung, die mit Hilfe der Anzeigelampen auf dem Steuerblock verfolgt werden kann und folgende Schritte beinhaltet:

  1. Grundinitialisierung, alle Lampen leuchten
  2. Grundpositionierung Azimut, Motor Azimut dreht geringfügig, Lampen P0 und A1 leuchten
  3. Grundpositionierung Elevat, Motor Elevat dreht geringfügig, Lampen P0 und E1 leuchten

Nach erfolgreicher Initialisierung kennt das Nachführsystem die Position seiner Achsen bezüglich der mechanischen 0-Position. Die Lampe P1 leuchtet und das Nachführsystem ist betriebsbereit.




Die mechanische 0-Position des Nachführsystems
Die mechanische 0-Position ist die Lage der Drehachsen, die dem Winkelwert 0 Grad der Achse zugeordnet ist. Die mechanische 0-Position ist zugleich die geeignetste Transportlage des Systems. Sie ist wie folgt definiert:



Steuerung der Achsen mit Hilfe der Tasten des Steuerblocks
Steuerung der Achsen mit Hilfe der Tasten des Steuerblocks Auf dem Steuerblock befinden sich 4 Tasten, mit deren Hilfe die Achsen gesteuert werden können. Die Symbole auf den Tasten dienen der Zuordnung zu den Achsen und Richtungen. Diese Tasten sind nur dann aktiv, wenn die Buchse IF (Serielle Schnittstelle RS232) des Steuerblocks nicht belegt ist. Bei der manuellen Achsensteuerung ist auf den erlaubten Bewegungsbereich zu achten.




Ausrichten für die Verfolgung der Sonnenbahnr
Das Nachführsystem muss bezüglich Nordrichtung und Horizont ausgerichtet werden. Das ist auf folgende Weise möglich:

  1. Fahren der Azimut-Achsen auf die 0-Position. Den gesamten Antriebsblock so drehen, dass die optische Achse des Sonnenvisiers in Nordrichtung zeigt.
  2. Auflegen einer kleinen Wasserwaage auf den Antriebsblock. Den Antriebsblock horizontal so justieren, dass er waagerecht steht. Danach die Azimut-Achse um jeweils etwa 45 Grad drehen (erlaubten Bewegungsbereich beachten!), und die Justierung korrigieren.

Das Sonnenvisier hat einen Öffnungswinkel von etwa 8 Grad. Daher sind die Forderungen an die Genauigkeit das mechanische Ausrichten zunächst nicht besonders hoch. Es gibt jedoch bei der Sonnenverfolgung Phasen (z.B. lockere Bewölkung), wo ständig zwischen der Verfolgung aufgrund der Ablagesignale des Sonnenvisiers und der Steuerung nach berechneten Sonnendaten gewechselt wird. Je ungenauer die Ausrichtung des Nachführsystems auf Nord und Horizont ist, desto stärker wird das System durch das ständige Wechseln der Position beansprucht. Daher ist zu empfehlen, auf die Stabilität der Montageeinrichtung und die Qualität der Ausrichtung großen Wert zu legen.

Eine Korrektur der Ausrichtung kann nachträglich erfolgen, wenn eine Steuersoftware (z.B. Programm SPTRSunTrack) das Nachführsystem auf der Sonnenbahn steuert. Wenn bei klarem Himmel und Sonnenschein die Nachführung aufgrund der Visiersignale erfolgt, wird das Visier abgedeckt. Im nächsten Regelzyklus wird das Programm das Nachführsystem auf die berechneten Sonnenkoordinaten steuern. Die dabei ausgeführte Bewegung der Achsen entspricht dem Fehler der mechanischen Ausrichtung bezüglich Nord und Horizont. Die Korrektur kann nun erfolgen:

  1. Durch Drehen des Antriebsblockes
  2. Durch Kippen des Sonnenvisiers nach dem Lösen der Klemmung
  3. Durch Verschieben des Sonnenvisiers auf dessen Grundplatte nach Lösen der Schrauben auf der Grundplatte




Begrenzung des Bewegungsbereiches - Sicherheitsabschaltung
Das Nachführsystem SPTR ist mit elektrischen Endlagenschaltern ausgerüstet, die unabhängig von der Steuersoftware oder Tastendruck im Falle der Achsenbewegung außerhalb des erlaubten Bereiches das gesamte System ausschalten. Das soll verhindern, dass Messgeräte oder Kabel im Havariefall zu Schaden kommen. Jeweils 2 solcher Endlagenschalter begrenzen den Bewegungsbereich für Azimut und Elevat. Die vom Hersteller standardmäßig festgelegten gültigen Bewegungsbereiche sind:

Azimut 0 .. 360 Grad
Elevat 355 .. 0 ..95 Grad

Auf Kundenwunsch können bei der Gerätefertigung andere Grenzen eingestellt werden.




Verhalten bei einer Sicherheitsabschaltung des Systems
Wenn die Endabschaltung durch eine Fehlfunktion der Steuersoftware oder bei der manuellen Steuerung mit Hilfe der Tasten auf dem Steuerblock in Aktion getreten ist, wird im Steuerblock sofort die Spannungsversorgung für die Motore und die Steuerelektronik abgeschaltet. Zur Wiederherstellung des Betriebszustandes des Nachführsystems muss dann wie folgt vorgegangen werden:

  1. Stecker des RS232-Kabels aus Buchse IF des Steuerblock entfernen.
  2. Taste F4 auf dem Steuerblock drücken und gedrückt halten. Dadurch wird die Versorgungsspannung wieder zugeschaltet und das System führt die Initialisierung durch (siehe oben).
  3. Mit Hilfe der Tasten auf dem Steuerblock die entsprechende Achse aus dem verbotenen Bereich herausfahren.
  4. Taste F4 loslassen.
  5. Stecker des RS232-Kabels wieder an Buchse IF des Steuerblock anschließen.




Bedeutung der Anzeigelampen auf dem Steuerblock

 P  Datenaustausch RS232, blinkt bei jedem Datenaustausch
 P0  P1
 Ein  Aus  Nachführsystem wird initialisiert
 Aus  Ein  Initialisierung beendet, Betriebsbereit
 Ein  Ein  Initialisierung wurde mit einem Fehler beendet (Winkelgeber, Motore)
 A0  A1
 Aus  Aus  Motor Azimut steht
 Ein  Aus  Motor Azimut dreht in Richtung Azimut 0
 Aus  Ein  Motor Azimut dreht in Richtung Azimut 1
 Ein  Ein  Fehler beim Drehen (MSM-Fehler in der Motoransteuerung)
 E0  E1
 Aus  Aus  Motor Elevat steht
 Ein  Aus  Motor Elevat dreht in Richtung Elevat 0
 Aus  Ein  Motor Elevat dreht in Richtung Elevat 1
 Ein  Ein  Fehler beim Drehen (MSM-Fehler in der Motoransteuerung





Die Programme SPTRSunTrack und SPTRControl

Allgemeines
Mit Hilfe des Programms SPTRSunTrack und dem Nachführsystem SPTR Version 4 ist es möglich, Messgeräte oder andere Geräte auf die Sonne auszurichten und die Sonnenbahn zu verfolgen. Das Programm SPTRControl erlaubt es, das Nachführsystem auf jede beliebige Position innerhalb des erlaubten Bewegungsbereiches zu steuern.




Systemvoraussetzungen
Damit die Programme SPTRSunTrack und SPTRControl auf Ihrem Rechnersystem läuft, muss es die folgenden Mindestanforderungen erfüllen:

Prozessor 486 oder Pentium
Arbeitsspeicher 8 MByte
Freier Speicherplatz auf der Festplatte 12 MByte
Betriebssystem Windows 95/98, 2000, XP, NT




Installation
Um die Programme zu installieren, gehen Sie wie folgt vor:

Wenn keine zwingenden Gründe vorliegen, sollten Sie den, bei der Installation vorgeschlagene Ordner SPTR für das System beibehalten.




Programme von der Festplatte entfernen
Um die Programme zu deinstallieren, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie im Windows-Startmenü Einstellungen / Systemsteuerung.
  2. Klicken Sie auf das Anwendungssymbol Software.
  3. Löschen Sie das Programmverzeichnis SPTR mit allen noch enthaltenen Dateien.




Programme starten und beenden
Das Programm wird durch klicken auf SPTRSUNTRACK.EXE bzw. SPTRCONTROL.EXE gestartet. Es erscheint das Programmfenster. Unmittelbar nach dem Programmstart wird geprüft, ob das Nachführsystem SPTR angeschlossen und bereit ist. Vor dem Programmstart sollte das Nachführsystem eingeschaltet werden. Um ein Programm zu beenden, ist zuerst eine eventuell noch aktive Nachführung auszuschalten. Anschließen wird die Menüoption Programm / Beenden gewählt.




Einstellungen zur Nachführung
Wählen Sie das Menü Einstellungen / Nachführsystem / Eigenschaften aus. Es wird das Dialogfenster Nachführsystem SPTR - Eigenschaften angezeigt.

Seite Anschluss

Serielle Schnittstelle
Wählen Sie die Nummer der seriellen Schnittstelle, an der das Nachführsystem angeschlossen ist.
Automatisch Suchen
Wird dieses Auswahlfeld aktiviert, sucht das Programm an allen verfügbaren seriellen Schnittstellen nach dem Nachführsystem. Die vorgenannte Einstellung ist dann wirkungslos.

Wurde eine neue Schnittstelle gewählt, muss nach dem Verlassen des Dialogfensters das Menü Einstellungen / Nachführsystem / Neu Öffnen aufgerufen werden.

Seite Positionsregelung (nur Programm SPTRSunTrack)

Regelgenauigkeit (Eingabebereich 0.01 - 5.00 Grad, Voreinstellung 0.02) Dieser Wert bestimmt die Genauigkeit der Regelung. Die Voreinstellung ist optimal, ein kleinerer Wert kann zur Instabilität führen (siehe Anzahl Regelversuche).
Ansprechschwelle Visier (Eingabebereich 10..250, Voreinstellung 80) Aus den Visiersignalen werden 2 Summensignale (Azimut und Elevat) berechnet. Diese sind ein Maß dafür, mit welcher Energie die Sonne das Visier bestrahlt. Liegen beide Summensignale über der Ansprechschwelle, wird mit Hilfe der Ablagesignale das Nachführsystem auf die Sonnenposition geregelt. Anderenfalls erfolgt eine Steuerung auf der Basis der berechneten Sonnendaten. Der Wert 80 gilt für mittlere Breiten.
Regelversuche pro Regelzyklus (Eingabebereich 1..10, Voreinstellung 3) In einem Regelzyklus wird versucht, das Nachführsystem so zu steuern, das die Ablagesignale kleiner oder gleich der Regelgenauigkeit werden. Ein Regelzyklus wird im Regelintervall (siehe unten) wiederholt. Bei ungünstigen Wetterbedingungen (Wolken etc) kann es sein, das die Sonnen auf der Sensorfläche des Sonnenvisiers ständig “wandert”. Das Programm könnte einen Regelzyklus nicht beenden, da ständig diese scheinbare Sonnenbewegung auszuregeln wäre. Damit das System in diesem Fall nicht instabil wird, muss die Anzahl solcher Regelversuche pro Regelzyklus begrenzt sein.
Regelintervall (Eingabebereich 1..10 Sekunden, Voreinstellung 5) Mit diesem Wert wird festgelegt, in welchen Zeitabstand ein Regelzyklus gestartet werden soll. Ansprechschwelle Sonnenhöhe (Eingabebereich 0..15 Grad, Voreinstellung 5) Ist die aktuelle Sonnenhöhe größer als die Ansprechschwelle, erfolgt eine Nachführung. Wird die Sonnenhöhe kleiner, verharrt das Nachführsystem in der letzten Position, bis die Sonnenhöhe (am nächsten Tag) den Grenzwert wieder übersteigt.
Ansprechschwelle Sonnenhöhe (Eingabebereich 0..15 Grad, Voreinstellung 5) Ist die aktuelle Sonnenhöhe größer als die Ansprechschwelle, erfolgt eine Nachführung. Wird die Sonnenhöhe kleiner, verharrt das Nachführsystem in der letzten Position, bis die Sonnenhöhe (am nächsten Tag) den Grenzwert wieder übersteigt.




Standardeinstellungen
Wählen Sie das Menü Einstellungen / Standardeinstellungen. Es wird das Dialogfenster Einstellungen angezeigt. Auf der Seite Ortsdaten geben Sie die Koordinaten des Ortes, an dem das Nachführsystem betrieben wird, ein. Die meteorologischen Daten (von Bedeutung sind nur die Lufttemperatur und der Luftdruck für die Refraktionskorrektur bei sehr niedrigen Sonnenständen) geben Sie auf der Seite Meteorologische Daten ein. Weite Einzelheiten können Sie den Hilfetext entnehmen.
Zur Berechnung der aktuellen Sonnenposition ist neben den Ortskoordinaten die genaue Zeit notwendig. Das Programm fragt dazu die interne Rechneruhr ab und interpretiert deren Zeit als UTC. Um die Rechneruhr zu stellen, benutzen Sie bitte die Möglichkeiten des Betriebssystems Ihres Rechners.




Bedeutung der Anzeigen im Programmfenster
Im farbig unterlegten Anzeigepanel wird der aktuelle Zustand des Programms angezeigt. Es können folgende Zustände auftreten:

Warten auf Kommando Das Programm wartet auf den Start der Nachführung
Nachführung ist aktiv Die Nachführung ist gestartet
Nachführung wird korrigiert Motore im Nachführsystem drehen
Nachführsystem nicht bereit Es ist ein Fehler aufgetreten

Die Anzeigebox Nachführsystem beinhaltet folgende Daten:

Datum
Aktuelles Datum und Uhrzeit. Die Zeit wird als UTC bewertet.
Messort
Aufstellort des Systems
Sonne
Aktuelle Sonnendaten in der Reihenfolge Scheinbare Höhe, Luftmasse mit Kennung für die Korrektur, Azimutwinkel und KFM-Faktor für den Tag
Gerät
Name des Nachführsystems
Anschluss
Daten der seriellen Schnittstelle
Datenaustausch
Zustand nach dem letzten Datenaustausch. War dieser fehlerfrei, wird >OK< angezeigt, anderenfalls die Fehlerkennung in Kurzform. Ein Mausklick auf diesen Eintrag zeigt den Fehler in Langform an.
Gerätezustand
Allgemeiner Zustand des Systems. Normalerweise wird hier >OK< angezeigt, anderenfalls der Zustand in Kurzform. Ein Mausklick auf diesen Eintrag zeigt den Zustand in Langform an.
Aktuelle Position
Position der Elevat- und Azimutachse des Systems in Grad. Wird die Sonne nach berechneten Sonnendaten verfolgt, muss diese Position den angezeigten Sonnendaten entsprechen. Erfolgt die Nachführung mit Hilfe der Visiersignale kann eine geringe Abweichung zu den berechneten Sonnendaten auftreten.
Status Nachführung
Aktueller Zustand der Nachführung. (nur Programm SPTRSunTrack) Hier sind folgende Zustände möglich:
Nachführung ausgeschaltet
Die Nachführung wurde noch nicht gestartet.
Nachführung mit berechneten Sonnendaten
Das Programm steuert das System auf die aktuell berechneten Sonnendaten, da die Visiersignale keine Nachführung gestatten.
Nachführung mit Visiersignalen
Die Visiersignale sind gültig. Das System wird entsprechen der Ablagesignale geregelt.
Nachführung mit Visiersignalen (M)
Die Visiersignale sind gültig. Das System wird entsprechen der Ablagesignale geregelt. Innerhalb eines Regelzyklus konnte jedoch die Regelabweichung nicht vollständig kompensiert werden. (z.B. Wolken vor der Sonne)
Unterbrechung (Sonne unter Grenzwert)
Die Sonnehöhe ist kleiner als die vorgegebene minimale Sonnenhöhe. Das System wartet, bis die Sonne die minimale Sonnenhöhe wieder überschreitet.
Fehler bei der Nachführung
Der Datenaustausch oder der Gerätezustand erlauben momentan keine Nachführung.
Summensignale ...
Signalpegel am Ausgang des Visiers. Übersteigt dieser Wert für Elevat und Azimut den eingestellten Schwellwert, erfolgt die Nachführung entsprechend der Ablagesignale. Anderenfalls wird das System auf die berechneten Sonnendaten gesteuert.
Ablagesignale Visier
Erfolgt die Nachführung aufgrund der Visiersignale, wird hier die aktuelle Ablage (Abweichung) der Sonne zum Sonnenvisier in Grad angezeigt.




Nachführung der Sonnenbahn mit Programm SPTRSunTrack
Um die Sonnennachführung zu starten, klicken Sie auf Schalter Sonnennachführung ein. Zuerst wird die aktuelle Position der Sonnen berechnet und auf diese Position gefahren. Danach wird aufgrund der Visiersignale geregelt oder nach berechneten Sonnendaten gesteuert. Beendet wird die Sonnennachführung durch klicken auf Schalters Aus.

Das Programm hat für die Nachführung 4 grundsätzliche Betriebzustände:

Nachführung ausgeschaltet
Die Nachführung ist ausgeschaltet. Das Programm warten auf ein Kommando.
Nachführung mit Visiersignalen
Die Nachführung ist eingeschaltet und die Sonne wird im Sonnenvisier abgebildet. Wenn das Visier gültige Signale erzeugt, erfolgt eine Regelung der Position vom Nachführsystem so, dass die, vom Visier erzeugten Ablagesignale ein Minimum erreichen.
Nachführung mit berechneten Sonnendaten
Die Nachführung ist eingeschaltet. Die Sonne ist über dem Horizont, erzeugt jedoch keine gültigen Signale im Sonnenvisier (Wolken). In diesem Fall wird das Nachführsystem ständig auf die aktuell berechnete Sonnenposition gesteuert.
Nachführung ist unterbrochen
Die Nachführung ist eingeschaltet und die Sonne steht unter dem Horizont. Die Achsensteuerung ist unterbrochen und das Nachführsystem verbleibt in der Position, die es zu Beginn der Unterbrechung hatte. Das Programm kontrolliert im Hintergrund die aktuelle Sonnenhöhe. Wenn die Sonne wieder über dem Horizont steht, wird die neue Position angefahren und die Verfolgung beginnt erneut.




Verhalten bei Problemen mit der Nachführung
Während der Bahnverfolgung können Fehler auftreten. Denkbar sind eine Störung des Datenaustauschs oder der Ausfall der Stromversorgung des Nachführsystems.

Das Nachführsystem SPTR und das Programm SPTRSunTrack sind so aufeinander abgestimmt, das solche Fehler, wenn sie nur kurzzeitig auftreten, nicht den Abbruch der Nachführung zu Folge haben. Das Programm wird den Fehler signalisieren (das Anzeigepanel ist rot unterlegt) und bei jedem Start eines neuen Regelzykluses versuchen, die Verbindung zum Nachführsystem wiederherzustellen. Wenn das gelingt, wird die Nachführung korrigiert und normal fortgesetzt.

Treten Fehler wiederholt auf, gibt es folgende Möglichkeit der Fehleranalyse:

  1. Schließen Sie das Programm SPTRSunTrack
  2. Öffnen Sie die Datei SPTRSUNTRACK.INI mit Hilfe eines beliebigen Editors. Die Datei befindet sich im Verzeichnis des Betriebssystems des Rechners (bei WIN9x ist das C:\WINDOWS)
  3. Nehmen Sie in dieser Datei unter [Propertys] folgende Änderungen vor:
    WriteLog=1
    LogPath=c:\sptr\log\

Speichern Sie die Datei unter ihrem bisherigen Namen. Legen Sie den Ordner c:\sptr\log neu an, falls dieser noch nicht existiert und starten Sie das Programm SPTRSunTrack neu

Diese Änderungen bewirken, dass eine Protokoll-Datei erzeugt wird. Die Protokolldatei erhält den Namen STyyyymmdd.log und ist somit dem Datum zugeordnet. Es wird immer dann eine Protokollzeile eingefügt wird, wenn:

  1. Einer der Schalter Sonnennachführung Ein oder Aus aktiviert wird
  2. Ein Datenaustausch mit dem Nachführsystem nicht korrekt war

Eine Protokollzeile enthält das Datum und die Zeit, interne Informationen und am Ende der Zeile den Namen des aufgetretenen Fehlers. Um das Protokoll anzuzeigen, wählen Sie das Menü Programm / Protokoll anzeigen. Im Falle von Rückfragen beim Hersteller ist es sehr hilfreich, diese Protokolle zu Hand zu haben.




Fahren auf eine Position mit Programm SPTRControl
Es gibt 3 Möglichkeiten, das Nachführsystem auf eine bestimmte Position zu fahren:

Fahren Absolut
Geben Sie in den Eingabefeldern Ziel für Azimut und Elevat die Zielposition ein. Wenn Sie danach auf den Schalter Fahren Absolut klicken, fährt das Nachführsystem auf diese Position.
Fahren Relativ
Geben Sie in den Eingabefeldern Delta für Azimut und Elevat einen Winkelwert ein, um den sich die Achsen des Nachführsystems, von der momentanen Position ausgehend, bewegen sollen. Wird auf den Schalter Fahren Relativ geklickt, führt das System diese Bewegungen aus.
Fahren auf die aktuelle Sonnenposition
Bei einem Klick auf den Schalter Fahren auf Sonne berechnet das Programm die aktuelle Position der Sonne und steuert das Nachführsystem dorthin.

Bei allen Arten der Positionierung prüft das Programm vor der Achsensteuerung, ob sich das Ziel im erlaubten Bewegungsbereich befindet. Nur wenn für beide Achsen das Ziel korrekt angeben wurde, wird die Positionierung ausgeführt. Anderenfalls erfolgt eine Fehlermeldung.


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Dr. K.-H. Schulz e-mail